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Gegen Mittag landen wir in Ho Chi Minh City und…. jaaaa, es ist warm hier in Saigon ☀️ Herrlich!

Zwar steigen wir gleich in unser bereitstehendes klimatisiertes Auto, aber selbst darin ist es wärmer als in Huế… Das Außenthermometer des Wagens zeigt zum Teil 37 Grad an.

Mit einem Guide fahren wir zu dem Tunnelnetz von Cu Chi – einem mühsam gegrabenen und sehr durchdachtem Tunnelsystem, in dem sich vietnamesische Partisanen und Vietcong im letzten Vietnamkrieg versteckt hielten und daraus agierten.

Da wir später als geplant in Saigon ankamen, stehen wir bzw. unser Guide (!) etwas unter Zeitdruck: wir haben eine „lange“ Fahrt vor uns und wir haben noch nichts zum Mittag gegessen… Also schlägt er uns vor, Dampfnudeln während der Fahrt zu essen. Sehr gerne – gute Idee, dachten wir…

Zunächst sahen die Dinger auch gar nicht so schlecht aus… Als unser Guide dann aber mitteilte, dass darin Fleisch, Morcheln und ein Wachtelei enthalten sind, kamen bereits erste Zweifel auf. Ich war mehr als verwundert, dass Matthias da tatsächlich reingebissen hat, zumal er sich ansonsten im Urlaub sehr gerne primär von Spaghetti Bolognese ernährt… Der Hunger war groß, ließ dann aber auch schnell nach 😜 Das halbgare Fleisch, die Knorpel, das kleine Eichen darin… Sooo wichtig ist es nun auch nicht, mittags etwas zu essen…

Nach gut 2,5 Stunden Fahrt erreichen wir das Tunnelsystem von Cu Chi. Wahnsinn – es ist schon sehr beeindruckend, zu sehen, was und in welchem Umfang die Vietcong da gegraben und erschaffen haben…

250 km Tunnel wurden gegraben – und das über drei Etagen. Die Tarnung und das Versteck waren perfekt! Ruck zuck tauchten die Vietnamesen ab in ihren unzähligen unterirdischen Gängen und Räumen und waren damit für die Amerikaner wie vom Erdboden verschluckt. Dazu die fiesen mit Bambusspitzen vorbereiteten Fallen… Für Unkundige nicht sichtbar wurden sie zum tödlichen Verhängnis.

Als Besucher hat man auch die Möglichkeit, in den unterirdischen Gängen entlang zu gehen bzw. zu krabbeln… Wir wagten uns auch ein paar Meter in die Tiefe. Heiß ist es da unten… und Platzangst darf man definitiv NICHT haben! Zum Glück wurden die Gänge für Europäer und Amerikaner vergrößert, sonst wären wir wohl nicht so recht voran gekommen in den schmalen unterirdischen Gängen… 😏

Während wir durch die gesamte Anlage „wandeln“, hören wir aus der Ferne immer wieder Schüsse. Unglaublich: pro 1 $ kann man sich einen Schuss kaufen und damit in Richtung eines Hanges ballern – wohl gemerkt mit echter Munition.

Das Geballer erscheint uns sehr befremdlich, wird von anderen Besuchern aber hörbar intensiv genutzt.

Insgesamt gesehen war es absolut faszinierend, diesen umfangreichen Einblick in das unterirdische Leben der Vietcong bekommen zu haben, mit all den raffinierten Details – wie dem Anlegen der Luftschächte unter dem natürlichen Einsatz von Termiten, dem gefilterten Rauchabzug aus den unterirdischen Küchen, dem Ein- und Ausgang zum Wasser und und und…

Außer dem Geballer – alles sehr beeindruckend!

Am frühen Abend fahren wir zurück nach Saigon – wobei „fahren“ etwas übertrieben ist… Der Stau in die Stadt erscheint unendlich und wir benötigen für knapp 40 km etwas mehr als drei Stunden…

Somit bleibt uns nach Ankunft in unserem Hotel nicht mehr so viel Zeit fürs Eintauchen in die Stadt Saigon – zumal wir selbige morgen auch gleich morgens wieder verlasen werden… Aber wir kommen ja wieder 🙂 Nach unserer anstehenden Bootsfahrt auf dem Mekong sind wir „wieder“ für zwei Nächte in Saigon. Und dann werden wir versuchen, die Stadt kennenzulernen 😊

Wir freuen uns darauf, denn einen ersten kurzen Einblick durften wir bereits bei unserem abendlichen Besuch auf dem Streetfood-Market erleben…

HzG