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In unserem kleinen Info-Heftchen zur Reise steht für heute, dass wir am Hotel zu unserer Stadterkundung mit dem Fahrrad bzw. mit der Rikscha abgeholt werden…

Ob Fahrrad oder Rikscha bleibt für uns offen – jedoch tendieren wir zum Fahrrad, da nicht nur Transfer, Fahrrad oder Rikscha, ein Guide, eine Flasche Wasser und Snacks inklusive sind – sondern eben auch ein Schutzhelm… Und ich weigere mich schon mal im voraus, einen Schutzhelm in der Rikscha sitzend zu tragen 😂

Des Rätsels Lösung erfahren wir schon nach kurzer Zeit: am Treffpunkt mit dem Guide stehen zwei Rikschas und drei Fahrräder bereit – und (fast die ganze) Familie, die wir bereits in den Cameron Highlands getroffen haben, von der die Mutter bei der Radtour in Melaka gestürzt ist, wartete schon. Mutti ist im Hotel geblieben… Vielleicht auch besser so, denn es stellte sich heraus, dass Matthias und ich – bzw. Chili-Reisen – für uns die Rikschas gemietet hatten und die Familie Fahrräder. Was für ein Luxus für uns… Theoretisch… denn unsere beiden Fahrer (jeder hatte eine eigene Rikscha) waren DEUTLICH im Rentenalter angekommen. Ich habe den ältesten Fahrer „erwischt“ und kurzzeitig überlegt, ob ich IHN fahren sollte. Wie wir später erfuhren, war er bereits 85 Jahre alt… 🙈

Es hat sich also nicht richtig gut angefühlt, sich von einem so alten Herren durch die Stadt fahren zu lassen… Aber – so ist es jetzt nun mal.

Unser Guide, der mit dem Vater und der Tochter vor oder hinter uns radelte, war eine Gestalt für sich. Alle drei trugen Leuchtwesten und an fast jeder Abzweigung pustete der Guide ordentlich in seine Trillerpfeife und brachte den restlichen Verkehr zum Stehen, während er unser Trüppchen durchwinkte. Und wenn er nicht dadurch auf sich aufmerksam machte, dann durch seinen Lautsprecher, den er an seinem Gürtel trug und die Gegend mit lauter Musik beschallte. 😎 Wir waren schon ein lustiges Trüppchen!

Die Tour an sich war großartig!!! Wir haben viel gesehen, der Guide hat vieles extrem gut erklärt und wir durften diverse typische Leckereien probieren – fast wie damals bei unserer Vespa-Tour durch Saigon.

Im Prinzip begann das Probieren schon bevor wir die ersten Sehenswürdigkeiten erreichten. „First we take a little breakfast“ – ok… Obwohl in unserer Reisebeschreibung stand, dass wir typische Gerichte probieren können, waren wir nicht auf sooo viel Essen vorbereitet… In diesem ersten „Restaurant“ gab es nun also eine Art frittierte Curry-Teigtasche und danach drei verschiedene Soßen, die wir mit einem Fladenbrot einfangen und aufnehmen mussten. Alles sehr lecker 😋

Dazu gab es den für diese Gegend berühmten – und aus Südindien nachempfundenen – „Teh Tarik“. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „gezogenen Tee“, der mehrfach im großen Bogen von einem Becher in den anderen hin und her gegossen wird. In Indien hatte ich mir dabei damals das erste Mal fürchterlich die Finger verbrannt – hier war schon alles für uns vorbereitet 😉 Wir brauchten nur noch zu trinken.

Hier schon mal eine Auswahl der „Sachen“, die wir heute im Verlaufe des Tages probieren dürften:

Doch eigentlich ging es uns ja um die Stadt und ihre Besonderheiten – und davon gab es zum Glück auch mehr als genug 😊

Besonders beeindruckt haben mich die vielen Malereien an den Häuserfassaden. Einige von ihnen hatten wir schon am Vortag auf eigene Faust entdeckt – andere erst jetzt.

Die Clan-Siedlungen und deren Geschichten fand ich ebenso spannend: die eingewanderten chinesischen Familien gleicher Herkunft und gleichen Namens bildeten in der Stadt die sogenannten „Kongsi“, die Clanhäuser, und auf dem Wasser die einfachen Stelzenhäuser. Bis zu 150m reichen die Hüttchen auf Stelzen und Plankenwegen ins Wasser. Fast schon in Form eines Rollenspiels verdeutlichte uns der Guide, dass nur wer bspw. Chew heißt, bei den Chews siedeln / wohnen darf und wer nicht, dass sich diese Personen andere Orte zum Ansiedeln suchen müssen. Die einzelnen Siedlungen der verschiedenen Familien können besichtigt werden, und so besichtigen wir die Siedlung der geschäftigen Familie Chew. Die Hüttchen der Chews bestehen zur vorderen Hälfte aus diversen Shops für interessierte Touristen und im hinteren Bereich leben die Familien. In einem kurzen Moment des Leichtsinns habe ich in diesem Kontext leider auch gewagt, Durian-Eis zu probieren… Ja, Eis von der Stinkfrucht… Ich habe SEHR schnell bemerkt, dass da ein Fehler war, aber einmal im Leben muss man den Kram ja mal probieren. Von dem Geschmack hatte ich übrigens durchaus noch länger etwas… 🤢

A propos „Geschmack“…. Irgendwann war Zeit für den nächsten „Snack“ – für unser Mittagessen… Es gab zunächst eine etwas süßliche Teigtasche, die innen mit einer Art indischen Gulaschsoße befüllt war. Wer danach noch nicht satt war, probierte auch noch die typischen gebratenen Nudeln…

Als Getränk probierte ich einen „Ambarella“-Saft: sauer, süß, interessant – und ganz lecker.

Anschließend war unsere Tour dann leider auch schon zu Ende. Was für ein abwechslungsreicher und toller Vormittag.

Unsere beiden „älteren Herren“ brachten uns noch mit ihren Rikschas ins Hotel und einen Großteil des Nachmittags verbrachten wir dann erstmals am Pool liegend. Auch mal ganz schön.

Abends schlenderten wir wieder ziellos durch die Gegend, Matthias besuchte einen Friseur und ließ sich den Kopf rasieren, und in Gedanken feierten wir natürlich den Geburtstag des Gouverneurs von Penang, der heute 81 Jahre alt geworden ist und die Feierlichkeiten dazu in UNSEREM Hotel morgens begann…

Happy birthday. 🥳