Schlagwörter
Bayamo, Camagüey, Devisenläden, Nationalhymne, Notprodukte, Tonkrüge, Trinidad, Wassermangel
Gestern sind wir in Camagüey – in der „Stadt der Tonkrüge“ – angekommen und schon heute habe ich ein besseres Verständnis von der Bedeutung… 😂🙊
Javier erklärte uns bereits auf dem Weg hierher, dass es in Camagüey und Umgebung ein Wasserproblem gebe… Häufig sei zu wenig Wasser vorhanden, so dass man früher Regenwasser in riesigen Tonkrügen aufbewahrte, um die Zeiten der Dürre besser überstehen zu können. Die Tonkrüge schmücken auch heute noch viele Gärten und Vorhöfe – wenn auch nur zur Zierde.
Unser Hotel hat weder einen Tonkrug im Garten, noch scheint es auf Reservewasser zugreifen zu können…
Einige aus unserer Gruppe haben heute unter der Dusche oder beim Zähneputzen konkret erfahren können, was das bedeutet – sie hatten kein Wasser mehr. Ich habe es zum Glück noch rechtzeitig geschafft. Wie war das mit dem frühen Vogel?! 😉
(Und das aus meinem Munde… 😂)

Der gestrige Weg hierher bestand aus einem recht langen Fahrtag – mit einer Pause in Bayamo. Und damit sind wir auch schon wieder beim Thema Revolution und Freiheitskampf:
„Kubas erster Unabhängigkeitsheld Carlos Manuel de Céspedes wurde hier geboren“…
Und die kubanische Nationalhymne „La Bayamesa“ wurde hier das erste Mal öffentlich gesungen – was heute übrigens verboten sei. 🤷🏻♀️

Camagüey ist ein beschauliches Städtchen, das eine entspannte Atmosphäre ausstrahlt… Wir besichtigen den Ort per Fahrradrikscha und schlendern zudem entspannt hindurch.


„Entspannte Atmosphäre“ – das trifft hier auf viele Orte zu…
Immer wieder – egal wo – sehen wir Menschen im Schaukelstuhl sitzen – in ihren Häusern, am offenen Fenster, vor ihren Häusern – Hauptsache Schaukelstuhl. Sie sitzen darin, schauen auf die Straße, tauschen sich mit anderen aus, dösen vor sich hin o.ä.
Oder sie sitzen einfach so vor ihren Häusern auf dem Bordstein, einer Stufe – worauf auch immer…
Javier betont immer wieder „Die Kubaner haben Zeit…“ – Das haben sie wohl… WENN sie nicht gerade irgendwo anstehen, um eines der rationierten Lebensmittel oder andere Notprodukte zu ergattern oder ihrer Kreativität nachgehen müssen, um überhaupt über die Runden kommen zu können. Kuba ist pleite und die meisten Kubaner haben wirklich wenig!! Ein Kubaner verdiene im Durchschnitt umgerechnet 40-50 € im Monat. Wie soll man davon leben?
Mit ihren Lebensmittelheftchen können sie sich (theoretisch) ihre rationierten Lebensmittel kaufen – doch die sind rar und so gibt es immer mehr Notprodukte, an die die Kubaner nur selten kommen – wenn überhaupt…
Und selbst wenn die Kubaner die Möglichkeit haben, in einem Devisenladen einkaufen zu können, gibt es die benötigten Produkte dort häufig leider nicht.


Rum gibt es fast überall und Bohnen – auch einige Kosmetika. Aber Waschmittel? Zahnbürsten? Kochöl zu bezahlbaren Preisen? Milchprodukte? Fleisch? Auch Brot war in den Orten, die wir bisher besucht haben, rar, so dass man sich – auch als Tourist – nicht „mal eben“ ein Brot / Sandwich o.ä. kaufen kann…
Kuba ist pleite und die Menschen haben Not – Punkt. 🤷🏻♀️
Erstaunlicherweise merkt man es den meisten Kubanern nicht an, in welch schwieriger Situation sie sich befinden. Sie strahlen, tanzen, singen – haben sich mit der Situation arrangiert und machen das beste daraus.
Mit dem Wissen darum war es für die Gruppenmitglieder ohne ausreichend Wasser am heutigen Morgen wohl halb so wild, mal ungeduscht in den nächsten Ort zu reisen…
Weiter geht’s nach Trinidad – in die „Perle“ der kubanischen Städte. Vamos. 😎
