Schlagwörter
Abbau, blaue Flammen, Gasmaske, Ijen, Java, Jeep, Schwefel, Schwefelträger, Sonnenaufgang, Taschenlampe, Vulkan
Wir hätten Abenteuer gebucht und keinen Urlaub – das erklärt uns unser Guide, als wir um Mitternacht (!!) abgeholt werden, um zum Ijen-Massiv zu fahren. Welch motivierende Ansage… 😳
Wir fahren zunächst eine gute Stunde mit dem Jeep – auf ca. 1850 Höhenmeter. Dort angekommen, erklärt man uns, dass wir nun noch ca. eine Stunde im Fahrzeug schlafen könnten, da das Eingangstor zur Vulkanbesteigung erst um 2h öffne… Wir verkneifen uns die Frage, warum wir dann nicht eine Stunde später losgefahren sind und schlummern noch ein wenig vor uns hin.
Bevor es dann konkret losgeht, bekommen wir jeder noch eine Gasmaske, die man bei Befarf komplett über den ganzen Kopf ziehen muss. Unser Guide ist sehr stolz darauf, da die Maske auch die Augen schütze… Wir packen das schwere Teil ein und machen uns auf den Weg. Knapp 3,5 km sind zu bewältigen – mit einem Höhenanstieg von gut 500m. Das heißt, der Weg ist zum Teil sehr steil…
Oben angekommen sehen wir erstmal nicht soo viel… viele Menschen und ansonsten nur Dunkelheit und Taschenlampenlichter. In der Tiefe sehen wir dann die sehr seltenen und ersehnten „blauen Flammen“, die entstehen, wenn brennende Schwegelgase austreten, an der Oberfläche mit Sauerstoff reagieren und sich entsprechend entzünden: der eine von zwei Gründen für unsere Reise zum Ijen 😊 – die blauen Flammen…
Zudem sehen wir aber auch nach und nach den weiten Weg nach unten – in Richtung Flammen und zum Ort des Schwefelabbaus – der sich durch die einzelnen Taschenlampenlichter der vielen Menschen bildet. Und wir sehen den (fast bedrohlichen) weißen Schwefelrauch, der zum Himmel steigt… Dieser Rauch ist auch der Grund für das Tragen der Gasmasken. Noch oben stehend (und nach unten blickend) weht ein heftiger Wind und unser Guide erklärt uns, dass es gut sei, wenn so ein starker Wind wehe und der Rauch zur Seite geweht werde… Das hoffe ich!
Der Weg nach unten ist in meinen Augen nicht ganz ungefährlich – das merke ich bei jedem Schritt, den ich versuche, mir mit der Taschenlampe zu erleuchten… wir steigen über Schotter und über etliche Steine, Platten und zwischen kleinen Felsplatten hinab. Zwischendurch ertönt das eine oder andere Mal der Ruf, dass ein Schwefelträger komme und man den Weg – wie auch immer auf dem engen Pfad in der Dunkelheit – frei machen möge, damit die Schwefelträger vorbei können. Die Schwefelträger – das ist der andere Grund weshalb wir hier sind. Am Ijen wird viel Schwefel abgebaut und dieser wird von den Schwefelträgern in Körben auf den Schultern nach oben getragen. Die Körbe wiegen insgesamt bis zu 100kg und sind mit fetten Schwefelblöcken beladen. Wahnsinn! Zudem gehen die Träger in FlipFlops den Weg entlang…

Was für eine Arbeit: erst der Abbau des Schwefels in den giftigen Dämpfen und dann der anstrengende Abtransport der Schwefelblöcke. 😳
Unten – in der Nähe der blauen Flammen und dicht am Schwefel – qualmt es extrem und wir haben wiedermal großes Glück 🍀 Der Wind steht tatsächlich so günstig, dass wir keine Gasmaske benötigen. Einmal drehte der Wind kurz und ich testete mal die Maske… 😳 Hilfe – damit hätte ich nie und nimmer den Abhang runter gehen wollen bzw. können. 😨
Wieder oben am Kraterrand stehend warten wir auf den Sonnenaufgang, damit wir endlich den riesigen Kratersee des Ijens zu Gesicht bekommen…
Und dann zeigt er sich:
Auch hier am Ijen sind wir schwer beeindruckt von den Naturgewalten – und von der harten und gefährlichen Arbeit der Schwefelträger!!
Diesem Link folgend: http://www.vulkane.net/vulkane/kawah-ijen/kawah-ijen.html könnt ihr noch mehr über den Ijen erfahren und auch die blauen Flammen sehen 👍🏼
Auf dem Rückweg genießen wir weitere schöne Ausblicke, bevor wir wieder am Ausgangspunkt ankommen.
Und nun…. nun gehts weiter nach Bali 😎👍🏼👏🏼😍
HzG





