Schlagwörter
Cocktails, Gibara, Holguin, Hotel Ordoño, Kochöl, leere Regale, Mangelwirtschaft, Notprodukte, Rum, Santiago de Cuba, Spaziergang, Waschmittel, Wärme
Aus dem kalten, nassen Deutschland kommend, muss ich mich nach der Landung am späten Abend in Holguín tatsächlich erst einmal an die ungewohnte Wärme gewöhnen – selbst abends gegen 22 Uhr…
Die Kontrolle der Einreiseformulare, Passkontrolle, Koffer, Reiseleiter und -gruppe finden – alles erfreulich unkompliziert. Mit unserem Busfahrer „Junior“ und Javier, dem Reiseleiter, fahren wir nun in knapp einer Stunde durch die Dunkelheit – bis nach Gibara.
Unser koloniales Hotel wirkt urig – wo genau wir hier angekommen sind sehe ich erst am Morgen, bei Tageslicht.

Ich freue mich, morgens die großen alten Balkontüren meines Zimmers zu öffnen, Luft ins stickige Zimmer zu lassen – und diesen Blick bis aufs Meer genießen zu können. 😍
Kuba, ich bin bereit. „Vamos“, wie Javier von nun an immer wieder sagen wird. Vamos – gehen wir.
Noch bevor wir das Hotel verlassen, bekommen wir nicht nur ein Frühstück mit frischem Obst, Omelett, etwas Käse / Wurst, „Toast“ – und sehr leckerem Kaffee, sondern Javier vermittelt uns im Anschluss einen ersten Eindruck vom Leben der Kubaner hier auf Kuba, der wirtschaftlichen Situation u.a. – Genau richtig und im richtigen Maß, um nicht allzu verwundert durch den teilweise doch recht leeren Ort und die manchmal fast schon gespenstisch wirkenden Straßen des Ortes zu gehen.

Und das verdeutlich auch schnell die aktuelle Situation Kubas – Mangelwirtschaft! Stark angestiegene Preise! Fehlende Lebensmittel und fehlende Produkte des täglichen Bedarfs. Und fehlender Tourismus…
Und auch wenn der Tourismus sehr wichtig und gut ist für die Kubaner, fühlt es sich schon etwas merkwürdig an, wenn man um den enormen Mangel und die Not der Kubaner weiß – und auf der anderen Seite bekommen wir später ein köstliches Mittagessen – mit frischem Oktopus – in einem herrlich gelegenen Restaurant serviert.

„Der Kubaner“ steht währenddessen für Kartoffeln an… 🙈 – und geht ansonsten mit seinem Lebensmittelheftchen „einkaufen“ und hofft auf die richtigen Produkte und Lebensmittel.

Das Land braucht Devisen und „hartes Geld“ – der Tourismus fehlt im Land, Covids Auswirkungen sind unverkennbar.
Statt CUC und CUP gibt es mittlerweile nur noch CUP – den kubanischen Peso – und MLC, eine digitale Währung für die Kubaner – für die man sich häufig aber leider auch nicht wirklich viel kaufen kann…
Und natürlich Euro und Dollar.
Doch während mir meine App zur Währungsumrechnung nach wie vor ausrechnet, dass man für 1 Euro knapp 25 CUP bekommt, sieht die Realität komplett anders aus – zum großen Nachteil / Schaden für die Kubaner. Mittlerweile ist der offizielle Umrechnungskurs 1 : 120!!!!
Der inoffizielle Umtausch noch schlimmer für die Kubaner. Die Preise sind explodiert, die Kubaner brauchen Geld und Produkte.
Javier suche schon seit längerer Zeit nach Waschmittel und bezahlbarem Kochöl… – nun suchen 28 weitere Augen mit. 👀
Wir sind hier, um das Land, die Menschen, das „System“ kennenzulernen – aber damit auch die schönen Seiten.
Das Leben der Menschen, ihre Ideen in dieser schwierigen Situation, die kleinen Orte und großen Städte, die Landschaft, wichtige Orte der Geschichte, Rum, Tabak, Sonne, Strand und Meer. Vamos!
Nach unserem Start in Gibara fahren wir heute schon weiter – über Holguin – nach Santiago de Cuba.
In der Reisebeschreibung steht, dass „die Dachterrasse unseres Hotels (lockt), um mit einem Cocktail in der Hand kubanischer Musik zu lauschen“. Oh jaaa, das macht sie… Was für ein Blick von hier oben über die Stadt / auf das Meer / zur Kathedrale… 😍

Dazu genießen wir tatsächlich einen ersten (und zweiten) Cocktail: Mojito und Ron Collins. Das ist auch Kuba! Rum, Rum, Rum…
Als wir an unserem ersten Abend – nach Ankunft im Hotel in Gibara – gerne noch ein Willkommensbier getrunken hätten, teilte man uns mit, dass wir noch einen Kaffee oder Cocktail bekommen könnten – aber kein Bier.
Also gut – dann geben wir uns nun „geschlagen“ und trinken ab heute Cocktails. 🍹
Zum Wohl und Himsberg zum Gruß

Noch etwas:
Internet ist hier rar…
Bislang hatte wir nur kurz im ersten Hotel Internetzugang. Hier in Santiago de Cuba: keine Chance. Ob es tatsächlich an der möglicherweise nicht vorhandenen Internetverbindung – oder am Engagement der Hotelmitarbeiter:innen liegt – bleibt unbeantwortet.
Ich hoffe, dass ich diesen Beitrag später posten kann…