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HIMSBERG ZUM GRUSS

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Schlagwort-Archiv: Trinidad

Auf dem Weg nach Trinidad

30 Donnerstag Mär 2023

Posted by Maike in Kuba, Reisen, Trinidad

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Schlagwörter

Anreise, Casas Particulares, Sancti Spiritus, Sklaventurm, Trinidad, Zuckermühlental

Der Weg von Camagüey nach Trinidad ist lang – nicht für deutsche Verhältnisse, aber für kubanische schon: knapp 260 km liegen heute vor uns – mit mehreren Stopps UND einer Überraschung, wie Javier immer wieder ankündigt. 🤷🏻‍♀️

Unser erster offizieller Stopp ist Sancti Spiritus (A) – eine kleine Stadt, die wir nutzen, um uns die Füße bei einem „Bummelchen“ zu vertreten und um eine historische Steinbrücke – wohl die älteste Brücke Kubas – zu bewundern…

Sancti Spiritus ist ähnlich „beschaulich“, wie viele Orte hier auf Kuba, die wir bisher besucht haben…

Langsam aber sicher „wächst“ meiner Meinung nach allerdings das Warenangebot…
Hier und da gibt es mittlerweile mal ein Kekschen oder „Teilchen“ zu kaufen – und ein paar andere Dinge, die fast niemand braucht…

Hier in Sancti Spiritus gibt es sogar einen kleinen „Markt“…
Mehrere Stände haben sich aneinandergereiht und verkaufen ein paar Klamotten, Schuhe, Plastikutensilien…
Ich frage mich, ob das die „Mitbringsel“ DER Kubaner sind, die die Möglichkeit haben, nach Mexiko zu reisen, um dort einzukaufen und ihre Waren auf Kuba wieder zu VERkaufen… 🤷🏻‍♀️ Vielleicht…

Wir fahren weiter ins Tal der Zuckermühlen – ins Valle de los Ingenios…
Wir sehen auf Kuba leider nur noch sehr wenig Zuckerrohrfelder, aber damals gab es hier etliche Felder – und leider auch viele Sklaven. Mitten im Zuckermühlental steht der Torre de Iznaga (B) – der sogenannte Sklaventurm. Welch gruseliger Name für eine schlimme Vergangenheit. Wie passend, dass sich ausgerechnet heute Wolken am Himmel zeigen…

Von diesem Turm wurden die Sklaven beobachtet, dir damals in den scharfkantigen Zuckerrohrfeldern die Drecksarbeit erledigen mussten. „Die Sklaven wurden von der Turmglocke zur Arbeit gerufen und sie wurden auch von hier aus überwacht. Unruhe und Ansammlungen der Sklaven, die in Aufstände münden könnten, sollten so von den Aufsehern früh bemerkt werden. Heute gilt der Turm als Mahnmal. Man kann den Turm besteigen und einen weiten Ausblick über das Valle de los Ingenios genießen“ (Wikipedia 🙈)


Nachmittags erreichen wir dann Trinidad, steigen etwas oberhalb des Ortes aus und gehen zu Fuß in die Stadt. Etwas Bewegung nach so viel Fahrerei tut gut – auch wenn es nur etwas (!) Bewegung ist…

„Natürliche Gastlichkeit strahlt die rund 500 Jahre alte, museal anmutende Kolonialstadt mit ihren gepflasterten Sträßchen aus“, so sagt es der Kuba-Reiseführer aus dem Nelles Verlag – und so kann es wohl kaum passender sein, dass wir nun zwei Nächte in den sogenannten Casas Particulares, in Privatunterkünften, schlafen und frühstücken. Vor der Reise habe ich mich schon das eine oder andere Mal gefragt, was und wie das wohl werden wird – und bin überrascht… Unsere gesamte Reisegruppe wird auf drei Casas aufgeteilt und ich bin überrascht, dass wir zu viert im gleichen Casa wohnen und tatsächlich jede Reisende ein Einzelzimmer mit eigenem Bad bekommt. Damit habe ich wahrlich nicht gerechnet. Mein Zimmer ist geräumig, alles sauber und bestens – und von meinem Zimmer in der oberen Etage mit Blick in die Nachbarschaft. Wir wohnen in dem grünen Haus, die obere Etage sieht man nur am Rande, in orange…Es gibt sogar WLAN – nachdem der Vermieter seine Rechnung bezahlt und sein Datenvolumen noch mal aufgeladen hat… 😉 Schön ist es hier!

Hier noch etwas deutlicher die obere Etage – bzw. der Blick von der Etage und der untere Eingangsbereich unseres Hauses:

Hier gefällt es mir. 😎

Camagüey

30 Donnerstag Mär 2023

Posted by Maike in Bayamo, Camagüey, Kuba, Reisen

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Schlagwörter

Bayamo, Camagüey, Devisenläden, Nationalhymne, Notprodukte, Tonkrüge, Trinidad, Wassermangel

Gestern sind wir in Camagüey – in der „Stadt der Tonkrüge“ – angekommen und schon heute habe ich ein besseres Verständnis von der Bedeutung… 😂🙊
Javier erklärte uns bereits auf dem Weg hierher, dass es in Camagüey und Umgebung ein Wasserproblem gebe… Häufig sei zu wenig Wasser vorhanden, so dass man früher Regenwasser in riesigen Tonkrügen aufbewahrte, um die Zeiten der Dürre besser überstehen zu können. Die Tonkrüge schmücken auch heute noch viele Gärten und Vorhöfe – wenn auch nur zur Zierde.
Unser Hotel hat weder einen Tonkrug im Garten, noch scheint es auf Reservewasser zugreifen zu können…
Einige aus unserer Gruppe haben heute unter der Dusche oder beim Zähneputzen konkret erfahren können, was das bedeutet – sie hatten kein Wasser mehr. Ich habe es zum Glück noch rechtzeitig geschafft. Wie war das mit dem frühen Vogel?! 😉
(Und das aus meinem Munde… 😂)

Der gestrige Weg hierher bestand aus einem recht langen Fahrtag – mit einer Pause in Bayamo. Und damit sind wir auch schon wieder beim Thema Revolution und Freiheitskampf:
„Kubas erster Unabhängigkeitsheld Carlos Manuel de Céspedes wurde hier geboren“…
Und die kubanische Nationalhymne „La Bayamesa“ wurde hier das erste Mal öffentlich gesungen – was heute übrigens verboten sei. 🤷🏻‍♀️


Camagüey
ist ein beschauliches Städtchen, das eine entspannte Atmosphäre ausstrahlt… Wir besichtigen den Ort per Fahrradrikscha und schlendern zudem entspannt hindurch.

„Entspannte Atmosphäre“ – das trifft hier auf viele Orte zu…
Immer wieder – egal wo – sehen wir Menschen im Schaukelstuhl sitzen – in ihren Häusern, am offenen Fenster, vor ihren Häusern – Hauptsache Schaukelstuhl. Sie sitzen darin, schauen auf die Straße, tauschen sich mit anderen aus, dösen vor sich hin o.ä.
Oder sie sitzen einfach so vor ihren Häusern auf dem Bordstein, einer Stufe – worauf auch immer…
Javier betont immer wieder „Die Kubaner haben Zeit…“ – Das haben sie wohl… WENN sie nicht gerade irgendwo anstehen, um eines der rationierten Lebensmittel oder andere Notprodukte zu ergattern oder ihrer Kreativität nachgehen müssen, um überhaupt über die Runden kommen zu können. Kuba ist pleite und die meisten Kubaner haben wirklich wenig!! Ein Kubaner verdiene im Durchschnitt umgerechnet 40-50 € im Monat. Wie soll man davon leben?
Mit ihren Lebensmittelheftchen können sie sich (theoretisch) ihre rationierten Lebensmittel kaufen – doch die sind rar und so gibt es immer mehr Notprodukte, an die die Kubaner nur selten kommen – wenn überhaupt…
Und selbst wenn die Kubaner die Möglichkeit haben, in einem Devisenladen einkaufen zu können, gibt es die benötigten Produkte dort häufig leider nicht.

Rum gibt es fast überall und Bohnen – auch einige Kosmetika. Aber Waschmittel? Zahnbürsten? Kochöl zu bezahlbaren Preisen? Milchprodukte? Fleisch? Auch Brot war in den Orten, die wir bisher besucht haben, rar, so dass man sich – auch als Tourist – nicht „mal eben“ ein Brot / Sandwich o.ä. kaufen kann…
Kuba ist pleite und die Menschen haben Not – Punkt. 🤷🏻‍♀️
Erstaunlicherweise merkt man es den meisten Kubanern nicht an, in welch schwieriger Situation sie sich befinden. Sie strahlen, tanzen, singen – haben sich mit der Situation arrangiert und machen das beste daraus.

Mit dem Wissen darum war es für die Gruppenmitglieder ohne ausreichend Wasser am heutigen Morgen wohl halb so wild, mal ungeduscht in den nächsten Ort zu reisen…

Weiter geht’s nach Trinidad – in die „Perle“ der kubanischen Städte. Vamos. 😎

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